VoIP ist angenehm, aber auch gefährlich
Telefonate über das Internet sind dank schneller Verbindungen eigentlich ein Segen für viele Anwender, doch die Werbung der Anbieter verschweigt natürlich Nachteile dieser Technik. Nachteile? Über das Netz läuft doch alles verschlüsselt ab, oder? Eben nicht! Die meisten VoIP-Telefonate laufen in der Regel völlig unverschlüsselt ab. Was also anfangs billig und angenehm war, kann später sehr teuer werden, wenn unseriöse Spezialisten Ihre Gespräche mithören und aufzeichnen. Dank der VoIP-Telefon-Flatrates hängen die Leute noch mehr am Hörer und quatschen, was das Zeug hält.
In den USA gibt es bereits Gangs, die sich auf VoIP-Kriminalität spezialisiert haben. Diese Leute brechen gezielt in Server ein, über die VoIP-Daten laufen und schneiden den ganzen Datenverkehr mit. Beim Abhören bekommen die Gauner dann Kreditkartennummern aus Bestellungen, Kontonummern, Bankdaten, Sicherheitskennwörter und
vieles mehr in die Hand. Ein paar Stunden später stellen dann mehrere Hundert entsetzte Geschädigte fest, dass Geld von ihren Konten verschwindet oder andere in ihrem Namen Waren bestellen. Das kann üble Folgen für Geschädigte mit sich bringen, da ein Selbstverschulden (mangelnde Sicherheitsvorkehrungen am eigenen Rechner) nicht
auszuschließen ist.
Besonders leicht ist das Abhören, wenn Sie Telefonsoftware benutzen, oder über ein Netzwerk ins Internet gehen. Im letzten Fall kann schon ein gewiefter junger Hacker mit einem so genannten „Netzwerksniffer“ alle Daten protokollieren und aufzeichnen. Die Software dazu gibt es gratis im Web (z.B. Cain & Abel, Download unter www.oxid.it/cain.html)
Achtung: Das Abhören von Telefonaten anderer Personen mit der oben genannten Software ist strafbar!
Viele Anwender haben von solchen Möglichkeiten keine Kenntnis,agieren daher mit völligem Vertrauen in die Verbindung wie zu Zeiten des guten alten analogen Telefons. Das kann aber leider schief gehen. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie schnell ein Bankkonto „geräumt“ werden kann, wenn Sie zuvor mit Ihrer Bank telefoniert und vielleicht eine Transaktion mit Ihrem Geheimwort und Ihrer Telefon PIN auf den Weg gebracht haben. Die Gauner schrecken bestimmt nicht davor zurück, mit Ihren Daten dort anzurufen und Ihr Geld schnell auf ein anderes Konto im Ausland zu transferieren. Dann hießt es Abschied nehmen von den lieben Moneten, denn Profis leiten die virtuellen Scheine über ein Geflecht von Konten um den Erdball herum, bis nichts mehr klar – und das Geld entgültig verschwunden ist.
Einfacher kann man an die Penunze anderer Leute kaum noch kommen. Manche Spitzbuben fahren schon auf der Suche nach lukrativen Datenmit ihrem Notebook und ein paar externen Festplatten in der Stadt herum. Gewöhnlich werden diese Personen schnell fündig und packen eine Menge Daten auf ihre Platten. Zuhause wird dann in aller Ruhe
„ausgewertet“. Sie gehen mit WLAN ins Internet? Dann sollten Sie unbedingt die WPA 2 Verschlüsselung aktivieren.
Generell gilt: Ohne Verschlüsselung keine Aktion! Zu viele WLAN Hacker sitzen mit ihren Notebooks vielleicht auch in Ihrer Gegend und warten nur auf eine Schwäche der umliegenden User.
Tipp: Bei sensiblen Telefonaten sollten Sie nur die „alte“ Technik benutzen, dann können Freaks und Hacker wenigstens nicht mithören.
